Jeder, der schon einmal auf dem Shopfloor gearbeitet hat, kennt das Problem: Der Auftrag ist freigegeben, die Maschine steht bereit, aber das Material ist noch nicht da. Oder es ist da, aber niemand weiß es, weil Lager und Produktion auf unterschiedlichen Systemen arbeiten.
Genau an dieser Stelle setzt die Integration von SAP Extended Warehouse Management (EWM) und SAP Digital Manufacturing (DM) an. Keine manuellen Abfragen, keine doppelten Einträge, kein Rätselraten. Stattdessen: ein nahtloser Prozess, der Lager und Shopfloor in einem einzigen System vereint.
Genau an dieser Stelle setzt die Integration von SAP Extended Warehouse Management (EWM) und SAP Digital Manufacturing (DM) an. Keine manuellen Abfragen, keine doppelten Einträge, kein Rätselraten. Stattdessen: ein nahtloser Prozess, der Lager und Produktion in einem einzigen System vereint.
Warum das überhaupt relevant ist
Ohne eine End-to-End-Integration zwischen dem Lager und der Produktion entstehen Medienbrüche: manuelle Buchungen, Telefonanrufe zwischen dem Lager und Shopfloor, unnötige Pufferzeiten. Mit der EWM-DM-Integration wird ein durchgängiger Prozess geschaffen, der in Echtzeit funktioniert:
- SAP Digital Manufacturing weiß, welche Materialien bereits am Produktionsversorgungsbereich (PVB) verfügbar sind.
- Das Lager erhält automatisch Bereitstellungsanforderungen, sobald die Produktion sie benötigt
- Warenbewegungen, Verbrauch und Wareneingang werden systemübergreifend synchronisiert
Das Ergebnis: weniger Verschwendung, mehr Transparenz, kürzere Reaktionszeiten und ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Smart Factory.
Die fünf Integrationsszenarien
1. Bereitstellungsanforderung: Material trifft ein, wenn es benötigt wird
SAP DM weiß, welche Komponenten für einen Auftrag benötigt werden. Anstatt darauf zu warten, dass das Lager von sich aus aktiv wird, sendet SAP DM eine Bereitstellungsanfrage direkt an EWM. Daraufhin erstellt EWM automatisch die notwendigen Lageraufgaben und stellt das Material in den produktionsnahen Bereitstellungsbereich, den sogenannten Produktionsversorgungsbereich.
2. Materialverbrauch: Was verbaut wird, wird gebucht
Der Werker baut ein Bauteil ein. SAP DM erfasst den Verbrauch und meldet ihn sofort an EWM. Der Bestand im Produktionsversorgungsbereich verringert sich, EWM bucht den Warenausgang, und das ERP-System erhält die Lagerbewegung. Alles geschieht automatisch, alles in Echtzeit. Was früher eine manuelle Rückmeldung oder ein Tagesabschluss war, geschieht jetzt in dem Moment, in dem die Aktion stattfindet.
3. Wareneingang: Fertigware landet direkt im Lager
Schließt der Werker den letzten Arbeitsgang ab, ist das für SAP DM das Signal zum Wareneingang. EWM bekommt die Einlagerungsanforderung, erstellt die Einlagerungsaufgabe und bucht die Fertigware ein. Das ERP zieht mit. Der gesamte Abschluss eines Fertigungsauftrags, ohne einen einzigen manuellen Schritt im Lagersystem.
4. Synchronisierung der Bestände: Der Mitarbeiter sieht, was sich in der Bereitstellungszone befindet
Wie viel von Komponente X befindet sich noch am Bereitstellungsplatz? In einer nicht-integrierten Welt: unbekannt, es sei denn, Sie überprüfen es. In einer integrierten Welt: direkt in SAP DM sichtbar, aktualisiert in dem Moment, in dem EWM eine Lagerbewegung abschließt. Dieser kontinuierliche Bestandsabgleich ist die Grundlage dafür, dass Bereitstellungs-Entscheidungen faktenbasiert und nicht auf Verdacht getroffen werden.
5. WIP (Arbeit in Arbeit) Management: Zwischenlagerung
Nicht jeder Produktionsprozess ist ein einziger, kontinuierlicher Fluss. Halbfertigware muss zwischengelagert werden, zwischen zwei Arbeitsgängen, auf verschiedenen Produktionslinien, in verschiedenen Hallen.
SAP DM erkennt, wenn ein Shopfloor-Auftrag eine Zwischenlagerung erfordert und stößt den entsprechenden EWM-Prozess an. EWM lagert die Waren ein und stellt sie dann für den nächsten Arbeitsschritt wieder zur Verfügung, und beide Systeme wissen jederzeit genau, wo sich die Waren befinden.
Was das in der Praxis bedeutet
Bei concircle haben wir diese Integration aufgebaut und durchgespielt: vom Produktionsauftrag im ERP-System bis zur Einlagerung der fertigen Ware. Was sich in der Theorie nach einem komplexen Prozess anhört, läuft im Alltag reibungslos und ohne manuelle Eingriffe ab.
Hier sind ein paar Highlights:
Die Bereitstellung-Anfragen werden in SAP Digital Manufacturing über die App "Bereitstellung verwalten 2.0" erstellt. Es werden ausschliesslich Komponenten angezeigt, deren Bereitstellungs-Methoden für Lageranforderungen relevant sind, etwa Auftragsübergreifende Bereitstellung oder Auftragsspezifische Bereitstellung mit Lageranforderung.
Senden des Bereitstellungsauftrags an SAP EWM und Anzeige der Verfügbarkeit in der App "Manage Staging 2.0".
Echtzeit-Statusverfolgung des Bereitstellungsantrags

Echtzeit-Bestandsübersicht im Produktionsversorgungsbereich - direkt in SAP DM sichtbar.
Das Fazit
Lager und Produktion sind in den meisten Unternehmen die engste operative Schnittstelle und gleichzeitig eine der am schlechtesten integrierten. SAP EWM und SAP DM schliessen diese Lücke. Nicht mit einem Workaround, sondern mit einem durchdachten Standard-Szenario, das heute produktiv einsatzbereit ist.
Wer beide Systeme bereits nutzt, hat damit einen direkten Weg zu mehr Transparenz, weniger manuellem Aufwand und einem Produktionsprozess, der funktioniert, auch wenn es mal eng wird.






